Samstag, 25. August 2012

Sorry, Mr. Showmaster.


Wahre Charakterstärke zeigt sich in der Fähigkeit sich entschuldigen zu können.

Dieses Wochenende wird groß. Zumindest für uns, PENIBELichkeit. Unser erstes und wahrscheinlich auch letztes Festival dieses Sommers hat uns bereits fest im Griff und lässt uns minütlich voller Euphorie  und „Gude Laune, Alda“ aufjauchzen.
Dieses Wochenende dürfen wir uns unter keinen Umständen vermiesen lassen. Schon gar nicht von uns selbst. Doch ist da eine Kleinigkeit, die uns auf der Seele brennt: 
Das schlechte Gewissen.

Dinge falsch interpretiert. Schlechte – nein - keine journalistische Sorgfaltspflicht walten lassen. Eins und eins falsch zusammen gezählt. Wir schämen uns. Deswegen geht an diesem Samstag mit diesem Eintrag ein fettes Sorry an Herrn Heufer-Umlauf.


Es war im Juni. Und wir mittendrin beim Großevent des Jahres: Dem Schildkrötentag in Essen (wir berichteten). Heufer-Umlauf, der große Werbetrommelrührer dieser Veranstaltung selbst, gab sich nicht die Ehre, sondern schubste Fuck-Buddy Olli Schulz ins kalte Wasser und somit ran an die Turtle-Front. Unsere Mutmaßung zu diesen Umständen damals: Heufer-Umlauf, dieser Schlingel, zieht sich fein säuberlich aus der Turtle-Affäre und macht Urlaub! ....
Hätten wir nur schon damals gewusst, dass der allseits beliebte Crossmedia-Entertainer zu diesem Zeitpunkt in höchster Lebensgefahr schwebte (beruflich bedingt), hätten wir ihm doch natürlich nicht solch eine maßlose Arbeitsverweigerung unterstellt!

Der Grund warum er beim Schildkrötentag nicht anwesend war, ist ein ganz anderer, emotional höchst aufgeladener: Die Verteidigung der bisher medial errungenen Ehre!
 Worum es geht? Natürlich um den ewigen Kampf zwischen ihm und seinem ständigen Berufs-Weggefährten Winterscheidt (Joko sein Vorname). Was damals in ihrer ersten gemeinsamen TV-Show „MTV Home“ begann und seit letztem Jahr bei „Neoparadise“ knallhart fortgeführt wird, hat vor kurzem in der neuen, zweiteiligen Show der beiden seinen Klimax erreicht. Bei „Joko und Klaas – Das Duell um die Welt“ kämpfen die beiden Titanen erneut um die Ehre. Und erstmals auch um einen greifbaren WELTmeistertitel. Erreichen können sie diesen durch erbarmungslose, noch nie dagewesene Spiele, die sowohl während einer Reise um die Welt, als auch im Köln-Ossendorfer Studio bestritten werden müssen.
Beim Stichwort ‚Weltreise’ schließt sich nun also wieder der Kreis.
Klaas Heufer-Umlauf befand sich am Tag des Schildkröten-Events also nicht an irgendeinem Traumstrand, sondern wohlmöglich im schmutzigsten Fluss der Welt und fing sich gerade die schlimmsten Magen-Darm-Krankheiten ever ein. Wer weiß das schon?

Wir waren bei der zweiten Aufzeichnung dieses neuen Formats vor Ort in Köln. Und das großartige daran (deswegen gerade HEUTE dieser Eintrag, inklusive offizieller Entschuldigung), Teil 2 von „Joko und Klaas – Das Duell um die Welt“ gibt es heute im Fernsehen zu sehen.
Wer Weltmeister wird, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Aber soviel sei gesagt: Die Revanche des Verlierers wird mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.

In diesem Sinne: Einschalten. Heute. ProSieben. 20:15.

Mission Schlechtes-Gewissen-Beseitigen. Completed.

 Luise

Hessischer Festivalwahnsinn: Folklore #1

So muss das: Schuhzustand nach dem ersten Festival-Tag. Ordentlich!

• Wetter: Ohne das Smartphone wäre man aufgeschmissen, heißt es ja so oft. Wir dagegen waren am gestrigen Freitag leider eher wegen des Smartphones aufgeschmissen. Verkündete uns die wundervolle Wetter-App seit einer Woche ununterbrochen Regen für unseren Kraftklub-Abend, waren tatsächlich nur ganze drei Tröpfchen zu zählen. Beschweren wollen wir uns da aber mit Sicherheit nicht. Es war weder zu warm (wo die ganzen schwitzenden, auf Tuchfühlung gehenden Menschen herkamen, können wir uns daher nicht erklären), noch zu kalt (die eingepackte Regenjacke blieb den Abend über in der Tasche), mit anderen Worten: Absolutes Festival-Wohlfühl-Wetter. 

PENIBELige Bewertung: Stark.

• Menschen: Wir sind PENIBELich, das haben wir nun schon oft genug erwähnt. Schwitzende Körper mögen wir nicht. Die nun aufkeimende Frage, warum es uns dann überhaupt auf Festivals verschlägt, ist an dieser Stelle angebracht, wird von uns aber unkommentiert bleiben. Gröhlende, schwitzende, biertrinkende und –verschüttende Körper mögen wir tatsächlich noch weniger. Trotzdem gab es keine zu aufdringlichen Pöbeleien, die Stimmung war gut, und bis auf die typischen „Ich weiß, dass du hier stehst, aber ich will mich trotzdem gerade bei deinem Lieblingslied an dir vorbeipressen“-Menschen, können wir uns nicht wirklich beschweren. Von jedem Schlag war etwas dabei (und das meinen wir wirklich so. Hier verweisen wir auf einen Stand von DIE PIRATEN direkt neben einem der FDP) und das war auch gut so.
PENIBELige Bewertung: Da geht noch was.


• Feeling: Geht einher mit der Beschreibung der Menschen. Stimmung war gut, Feeling daher auch. Ein buntgemischtes Publikum, von Essensständen mit Karibikflair, über bereits erwähnte Politikstände, bis hin zu Reggae-Freunden, die ihre eigene Party feierten, war alles dabei. Und das, wir können es nicht oft genug erwähnen, ganz friedlich. Schön zu sehen, dass Menschen sich nicht schlagen oder verletzen müssen, auch wenn die (leider so gut wie nicht vorhandene) Taschenkontrolle dazu verleiten könnte.
PENIBELige Bewertung: Da geht noch was.


• Musik: Man könnte uns vorwerfen, unsere Musik- und Konzertauswahl  wäre eintönig. Aber diesmal wollten wir wirklich mehr Bands sehen, als nur unsere altbekannte Rasselbande, ehrlich. Aber Arbeit, Bahn und Festival-Organisation waren nicht auf unserer Seite. Die Arbeit ging zu lang, die Bahn kam zu spät, und der Einlass war ein Witz. 200 Meter Schlange, eine knappe halbe Stunde anstehen, und das, obwohl wir 3 ½ Stunden nach Einlass dort aufkreuzten. Jupiter Jones war daher für uns leider gestorben und es wurde – Achtung Wortwitz – ganz still um sie. 

Die Ost-Kinder Kraftklub waren gewohnt gut gelaunt, der Sound leider recht schlecht (und die Reggae-Party nebenan durchweg zu laut), daher
PENIBELige Bewertung: Da geht noch was.


• Food and Beverage: Das Angebot des Essens war gut (vom karibischen Flair über afghanische Küche gab es alles, was das Herz bzw. der Magen begehrt). Die Getränkeauswahl sowie die -preise waren absolut akzeptabel, die Bedienung leider mehr als langsam oder chronisch unterbesetzt. Da hätten wir lieber 50cent draufbezahlt und die Wartezeit um 10 Minuten verkürzt.
PENIBELige Bewertung: Da geht noch was.


Die Ruhe vor dem Rasselbanden-Bananen-Sturm
• Highlights: Die Männergruppe hinter uns, die beim Konzert nicht "Randale", sondern "Banane" gröhlte, hat unseren Abend schon ein wenig bereichert. Der elektrisierende Auftritt von Felix, der einen Stromstoß bekam, war vielleicht kein positives Highlight in dem Sinne, hat aber ebenfalls eine Erwähnung verdient. Seine Schmerzen sollen sich ja wenigstens gelohnt haben. Und unsere Erwähnung macht sie bestimmt wett. Vergeben und vergessen, Strom.
Auch, dass unsere Bananen-Freunde bei "Ich will nicht nach Berlin" endlich wussten, welche Band da oben vor ihnen herumsprang, war ein Highlight. Dass Felix ausgerechnet dabei seinen Einsatz vermasselte, dagegen nicht. Ob er so die hessischen Äffchen für sich gewinnen konnte, wagen wir zu bezweifeln.
PENIBELige Bewertung: Stark




Wir sind gespannt, was der Tag heute für uns bereithält. Die Wetter-App verspricht Sonne, daher wird die Regenjacke eingepackt.

Auf unseren Bericht dürfen Sie sich morgen, nach unserem verspäteten Frühstück, freuen.

PS: Kraftklub haben ihre Country-Gitarren nicht ausgepackt. Wir sind nicht weniger enttäuscht als Sie, liebe Leser_innen.

Mademoiselle


Unser ganz eigener Festivalguide

Noch sauber und ohne Bierflecken und -geruch.

Unseren Namen haben wir nicht von irgendwo. Um eine geordnete, logische Übersicht über den chaotischen, verrückten Folklore-Festivalalltag zu geben, gliedern wir unseren Erfahrungsbericht die nächsten drei Tage in griffige, unfassbar geistreiche Kategorien, die Ihnen das Lesen mit Sicherheit erleichtern und Ihnen zudem auch noch irre viel Freude bereiten werden.

Zur Einstimmung hier einmal die Kategorien: 

• Wetter (oder auch: Ist der da oben am Wasserhahn auf unserer Seite?)
• Menschen (beziehungsweise: Wo bin ich hier und wer bist du?)
• Feeling (Festival-Feeling und so. Sie verstehen schon
• Musik (sollte vielleicht bei Konzerten nicht an vierter Stelle kommen, tut es bei Festivals       
  aber. Ob das für oder gegen das Live-Genre „Festival“ spricht, dürfen Sie selbst entscheiden)
• Food and Beverage (wir haben festgestellt, dass wir zu wenige Anglizismen     
  benutzen, a.k.a. zu uncool für das Internet sind. Das möchten wir an dieser Stelle ambitiously
  ändern)
• Highlights (alles das, was man auch in einer der anderen Kategorien unterbringen könnte, aber eine besondere Erwähnung verdient hat)



Mademoiselle