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Montag, 4. Februar 2013

Irgendwer mit Medien #3 - Robert Hofmann und Edin Hasanovic - Teil 1


Liebe Leser_innen, man soll es kaum glauben.
Vor nicht mal einem Monat kündigten wir stolz wie eh und je an, dass ein weiteres, großes Interview mit zwei Irgendwers-mit-Medien in den Startlöchern stünde. Wann wir Ihnen dieses allerdings präsentieren wollten, hielten wir sicherheitshalber (man kennt ja unsere fixe Tipp-Fähigkeit) offen.
Umso mehr erstaunt es uns nun selbst, dass wir den ersten Teil schon jetzt in unseren Händen (bzw. im Laptop) halten. Aber nur Teil 1? Was ist denn da los?

Erst einmal der Reihe nach: Wir, die zwei Mädels von PENIBELichkeit, sind nach einem knappen Jahr in der Blogosphäre immer noch unerfahrene Küken, die leider gut gemeinte Ratschläge nicht immer annehmen. So auch geschehen am eisigkalten Donnerstagmittag, als wir uns mit Robert Hofmann, dem Kanalvater von DVDKritik - einem YouTube-Channel, auf dem er sich dem Rezensieren von Kino- und DVD-Filmen sowie deren Trailern widmet - sowie seinem Zweitkanal RoBSNToWN - auf dem die verschiedensten Videos (von Vlogs auf dem Dach bis hin zu der Verbreitung von unnützem Wissen) Platz finden - trafen. Mit dabei an besagtem Donnerstagmittag war außerdem sein Schauspielerkollege (dazu zu gegebener Zeit noch mehr) und teilweisiger Kurzzeit-Channel-WG-Partner Edin Hasanovic, der in regelmäßigen Abständen als Klamauk-Mitmacher auf Roberts zweitem Kanal zu finden ist. 
Fragte Robert uns, angekommen am Treffpunkt des Interviews, erstaunt, ob wir das Gespräch tatsächlich als Audiodatei aufnehmen und später abtippen wollten, antworteten wir noch voller Motivation: „Natürlich!“
Tja, nun haben wir den Salat. Dass es sich bei den beiden werten Herren nicht unbedingt um die wortkargsten Geschöpfe auf Erden handelt, hatten wir kurzzeitig verdrängt. Umso schlimmer war dann der Schock, als wir sahen, wie lange tatsächlich das Aufschreiben des Mittags, der so gemütlich bei Möhrenkuchen (natürlich NICHT für die Herren – denn wer bitte nimmt schon Gemüse in Form von Kuchen zu sich?) und Tee begann, dauert. Und das, obwohl wir doch wie kleine HB-Männchen an unserem Abschluss (an unserer Bachelorarbeit – eieiei, es wird konkret) arbeiten und für solche Eskapaden eigentlich gar keine Zeit haben.
Aber, und das betonen wir immer wieder gern: Wir wären nicht wir, wenn wir Ihnen nicht trotzdem etwas – wenn auch nur in „kleinen“ Häppchen – präsentieren wollen würden! Und da wir dann doch nicht ganz untätig dasaßen, und schon fleißig waren, gibt es für Sie hier nun den ersten (von insgesamt drei – sie können sich das Längen-Ausmaß also ungefähr vorstellen) Teil des Interviews.
Bevor wir Sie nun aber endlich entlassen, seien noch ein paar Worte gesagt:
Das Ganze mag ein wenig roher erscheinen, als man Interviews normalerweise gewöhnt ist. Aber das ist kein Versehen, sondern genau so gewollt. Wer die Beiden kennt, erwartet genau das, was wir Ihnen nun liefern. Ein zu glattgebügeltes Interview würde weder zu unseren Interviewpartnern, noch zu uns selbst passen. Und da auch Robert und Edin vollstens auf Authentizität setzen, haben wir uns entschieden, so wenig, wie nur irgend möglich zu streichen oder abzuändern. Und so sind auch unrunde oder chaotische Stellen geblieben, wie Sie gleich schon zu Anfang sehen werden.
All das nur zu Ihrem Amüsement!
Und damit das ohnehin schon viel zu lange Interview nicht noch länger wird, geht es nun endlich los:
Robert und Edin. Eine echte Männerfreundschaft (a.k.a. Bromance)

Marie: Findet ihr immer noch, dass es eine gute Entscheidung war, das zusammen zu machen? Wir haben gerade schon gemerkt: Das ist nicht immer ganz so harmonisch bei euch.
Robert: Es ist nicht immer ganz so harmonisch?
Edin: Wie bitte? Das ist hier voll die „BILD“! Jetzt legt die uns hier irgendwas in den Mund.
Robert: Genau, du Arschloch.
Edin: Das ist überhaupt nicht harmonisch.
Robert: Ja? Wann hast du das gemerkt?

Marie: Ihr zickt schon so’n bisschen.
Robert: Das ist aber doch nur Spaß-Zicken.
Edin: Meinst du wir zicken untereinander?
Robert: Eigentlich nie.
Edin: Wir zicken gegen euch, das habt ihr gar nicht gemerkt.
Robert: Ja. Das ist einfach nur eine Frage von Düsseldorf und Berlin. Nee. Die Frage war eigentlich eine andere.
Edin: Ach so: Die Zeit für das Interview läuft übrigens jetzt (dreht eine Eier-Sanduhr um). 5 Minuten.
(Allgemeines Gelächter)
Robert: Die müssen jetzt versuchen, uns ernsthaft Fragen zu stellen. Und wir müssen ernsthaft antworten.

Marie: Also ihr macht den Kanal ja quasi zusammen.
Robert: Welchen Kanal?
Edin: Nee, nee, nee, Moment.
Robert: Ich habe viele.

Aline: Er möchte erstmal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit: Neben deinem Hauptkanal, Robert, war es da eine gute Idee…
Edin: Ziemlich albern, Robert.
Robert: Also, dass wir den Kanal zusammen machen,
Edin: das dürft ihr nicht sagen.

Marie: Okay, dann dass du mitmachen darfst.
Edin: Genau.

Marie: Findest du auch heute noch, dass es eine gute Entscheidung war, dass du ihn quasi mit ins Boot geholt hast?
Robert: Nee, doch, schon. Darf ich trotzdem ein bisschen witziger…?

Marie: Natürlich.
Edin: (gekünsteltes Lachen)
Robert: Also generell wusste ich eigentlich von Anfang an, dass es gut funktionieren würde, weil wir uns schon ganz lange kennen. Und ich weiß, dass dadurch quasi die zweite Energiewelle kommt, die die Zuschauer abholt, so dass jeder etwas findet, was ihm richtig Spaß macht. Die einen freuen sich darüber, wie Edin lacht, die anderen mögen meinen Humor, und mögen einfach unsere Einstellung zusammen. Edin ist radikaler, und ich bin immer ein bisschen mehr in mich geruht. Aber irgendwie funktioniert das zusammen halt immer super. Aber viele von den Zuschauern waren sich am Anfang sehr unsicher. Ich bekomm heute noch Nachrichten, die sagen „Ah, als ich das das erste Mal gesehen habe, war ich mir unsicher, aber inzwischen ist es mein Lieblingskanal geworden, weil die Videos mit euch die Videos sind, die ich als erstes gucke“ und es ist schon fast übertrieben, wie die Zuschauer teilweise agieren, wenn Videos von uns da sind. Also ich find’s super.
Edin: Wir ergänzen uns halt ziemlich gut, dadurch, dass wir uns solange kennen. Man kennt sich halt unglaublich gut, und was er mit radikal meint, ist, dass ich mehr aus dem Bauch heraus sage und mache, und er eher darüber nachdenkt und das reflektiert. Und ich dadurch wahrscheinlich schneller Fehler mache, oder ich dadurch schneller mal etwas sagen, das aneckt.
Robert: Wobei das aber nicht negativ sein muss.
Edin: Nö. Hab ich ja auch nicht gesagt.

Aline: Und hattet ihr zuerst Sorgen, dass dieses Konzept so, wie es ist, nicht reicht? Wart ihr euch sicher, dass ihr als Personen interessant genug seid?
Robert: Ich glaub, ich mache mir von uns beiden immer mehr Gedanken darüber was funktioniert, und versuche eine Idee zu kreieren, bei der ich hoffe, dass die Zuschauer sie mögen. Sorgen gemacht hab ich mir nie, weil auf YouTube alle, die Erfolg haben, die irgendwie groß sind, fast total gescriptet wirken. Die haben immer einen Plan von dem, was sie machen, was die Gags angeht. Zumindest bei denen, die Unterhaltung machen, was immer am meisten wächst, wenn man nach den Plays geht. Sie sind extrem vorhersehbar, auch nicht gut gespielt. Und die Leute sehnen sich nach dem, was sie aus dem Fernsehen kennen: Nach Authentizität, nach Ungeschnittenem, und nach einem gewissen Flow. Nach Echtheit, nach Chemie. Natürlich kannst du dich jetzt nicht einfach hinsetzen – und das versuchen auch ganz viele. Die denken dann: „Okay, das ist cool. Ich setz mich einfach hin und mach 5 Minuten nichts“ – das wollen die Leute auch nicht sehen. Du musst einfach was ausstrahlen und rüberbringen. Aber eben ehrlich.
Edin: Ich hab mir darüber überhaupt keine Gedanken gemacht am Anfang, ob’s funktioniert.  Ich mein, du siehst die Zuschauer nicht. Du hast eine Kamera vor dir, du sitzt da, und wir hatten einfach bei den ersten Videos, das war „Brainstorming“, unglaublich viel Spaß. Also, wir haben uns echt totgelacht. Und das ist für mich echt das Wichtigste, dass das Zwerchfell danach durchmassiert ist und ob das funktioniert ist mir im Endeffekt völlig Wurst.
Robert: War das das erste Brainstorming?
Edin: Naja, wir haben vorher noch einen Berlin Vlog gemacht, wo ich gefahren bin, aber da war das noch nicht so richtig „ich“.
Robert: Richtig. Ich hab mir gestern noch überlegt, was das erste war, und war zu faul um zu gucken.


Aline: Aber habt ihr da nicht manchmal ein bisschen Sorge, dass ihr vor der Kamera sitzt und euch eben nicht bewusst ist, wie viele das im Endeffekt tatsächlich sehen?
Edin: Ja, deswegen gucken wir uns das nochmal an.
Robert: Ich muss es schon sehr schneiden, das Material.
Nein, eigentlich nicht, weil wir irgendwie wirklich immer das sagen, was wir denken. Und eigentlich auch sprachgewandt genug sind, um das Ganze so zu verpacken, dass es auch richtig ankommt bei den Zuschauern. Klar, es gibt immer so Leute: „Haters gonna hate“. Wer dich hassen will, der wird’s dir irgendwie vor die Nase knallen. Aber generell: Überhaupt keine Angst, weil wir stehen beide zu unseren Einstellungen und zu dem was wir sagen, zu dem was wir tun. Und man sieht’s ja auch, die Leute mögen es, und insofern mach ich mir da überhaupt gar keine Sorgen. Es wird ja auch keiner gezwungen, sich das anzugucken.

Aline: Und diese Sorge, dass das Internet nie vergisst und die Videos auch in 20 Jahren noch zu sehen sein werden?
Edin: Wir vertrauen halt auf uns. Wir sind keine schlechten Menschen, die etwas Schlechtes denken. Und darauf vertraue ich. Ich passe deshalb nicht auf, dass ich bloß nicht sage, was ich denke. Sondern ich sage es, weil ich weiß, dass ich das irgendwie vertreten kann. Und wenn mir in drei Jahren jemand sagt: „Guck mal, was du da gesagt hast“, dann sag ich: „Ja, damals hab ich das so gesagt, und heute ist es vielleicht nicht mehr so.“

Aline: Seid ihr der Meinung, dass man dafür ein bestimmter Typ sein muss? Weil es ja auch viele Leute gibt, die zu ihrer Meinung stehen und sich trotzdem nicht dabei wohlfühlen, diese in eine Kamera zu sprechen?
Robert & Edin: Wofür genau?

Aline: Sich vor der Kamera präsentieren zu wollen.
Edin: Klar. Also ich sage immer, dass ich nie allein vor der Kamera sitzen könnte. Ich glaube, dass die Leute das… ich bin überhaupt nicht sympathisch, glaube ich. Ich glaube, dass ich nur mit ihm funktioniere vor der Kamera.
Robert: Dieses vor der Kamera sitzen ist ja auch immer nur ein Aspekt von diesem ganzen YouTube-Ding. Dazu gehört noch ganz viel mehr. Wie funktioniert das? Alleine an Technik und Schnitt, man muss ja ein bisschen Ahnung von Licht setzen etc. haben. Aber generell… du musst halt schnell reagieren können. Wenn du nicht alles in 30 Schnitte setzen willst, musst du schnell eine Idee haben: „Wie kriegst du jetzt das nächste Thema, was den Leuten Spaß macht?“ Und du musst immer natürlich sein und darauf vertrauen, dass es irgendwie klappt. Du brauchst eine unglaubliche innere Ruhe und Gelassenheit um zu sagen: „Ich hab keinen Plan, aber das wird schon.“ Das ist eher das Schwierige.

Marie: Ihr macht das ja in so einer Doppel-Kombo. Joko und Klaas machen das genauso. Seht ihr euch auch so ein bisschen in einer ähnlichen Position? Dass ihr das vielleicht so ein bisschen nutzt?
Robert: Was nutzen wir?

Marie: Quasi das Konzept, das Joko und Klaas auch haben. Der eine macht einen Witz, der andere lacht drüber…
Edin: Aber was meinst du jetzt? Dass wir vor ZDFneo sitzen und denken: „Ach, guck ma!“
Robert: Grüße!

Marie: Könnt ihr euch vielleicht vorstellen, dass auch mal zu machen, sagen wir’s mal so? So ein Konzept.
Robert: Also erstmal, als wir angefangen haben gab es glaube ich überhaupt kein Konzept. Ich hab gesagt: „Ey, hast du Bock, wollen wir was machen?“ und dann lief das. Da denkt man nicht darüber nach, und so führt eins zum anderen. So wie das halt ist: Je mehr Leute das sehen, desto mehr Leute haben Interesse daran. Aber generell, wenn sich jemand hinstellt und sagt: „Wir wollen euch für das, was ihr bis jetzt gemacht habt, etwas zahlen und ihr könnt das auch noch häufiger machen und kriegt Studios und alles, was ihr braucht“, dann sag ich nicht nein, weil ich daran Spaß habe.
Aber ich denk dabei nicht an Joko und Klaas. Die haben super Glück mit dem, was sie machen, und sie machen auch richtig coole Sachen. Also ich mag die Beiden super gerne, aber die sind überhaupt keine Vorbilder, zumindest in diese Richtung. Wir machen einfach nur irgendetwas, und die Leute mögen es irgendwie.

Samstag, 19. Januar 2013

Versprechen und Enthüllung aus der Hauptstadt.

Sie Schnuffis, liebe Leser_innen,

wir haben echt ein schlechtes Gewissen. Nicht nur, dass wir Ihnen nun schon seit fast drei Wochen einen „morgen“ kommenden ultimativen Jahresrückblick versprechen – nein – jetzt sind wir auch noch unangekündigt und völlig unverdient im Urlaub. Aber Obacht, so wenig wie „morgen“ für uns der Tag nach heute bedeutet, ist „Urlaub“ Entspannung vom verkopften Medienmenschen-Dasein.

Dank unserer beiden Komillitonen/Städtebuddy-Jungs, die gerne mal in die Rolle von hoppelnden Last-Minute-Travel-Bucks (engl. für: männliches Auf-die-letzte-Minute-verreisen-Karnickel) schlüpfen, sind wir nun schon seit einigen Tagen in der Lieblingshauptstadt der Lieblingshauptstädte, Berlin.
Während die Jungs sich modemäßig äußerst adrett auf der Bread & Butter präsentieren, arbeiten wir kleinen Duracell-Häschen wacker an diesem Blog.

Berlin überraschte uns: Nicht alle seine hippen Wir-machen-was-Kreatives-Menschen stehen an fashen Tagen wie diesen auf Brot & Butter oder seine Light-Variante Knäcketoast & Sojamargarine, sondern wie wir auch auf gutbürgerlich-amerikanische Hausmannskost (Burger & Fritten). Unser Versprechen:

Coming soon. (UNSER Verständnis von „soon“):
Ein Interview mit den Klickgiganten unter den deutschen Unterhaltungs-YouTubern: Robert, von DVDKritik und RoBSNToWN, und seinem Sidekick-Schrägstrich-Schauspieler-Kompagnon Max Mustermann.

Was die beiden bisher noch nicht wussten, wir aber: Tatsächlich handelte es sich um ein unterschwellig erschnorrtes Medien-Motivationscoaching. Für uns. Von ihnen.
Ihre wunderschönen Fotos, die uns bewiesen haben, dass wahre Schönheit tatsächlich von außen kommt, haben uns Mut gemacht, uns auch endlich zu trauen.

Diese seriösen Coaching-Experten aus der Hauptstadt helfen gern.

Unsere Narben nach Drehschluss von „Extrem Schön“ sind endlich verheilt. Nun können wir mit bestem Gewissen unsere makellosen und für die Medien passablen Gesichter der Welt, und damit natürlich auch Ihnen, liebe Leser_innen, präsentieren.

Et voilà, that’s us, PENIBELichkeit.  

Berlin lässt uns eher kalt. Einer unserer gelangweilten Blicke.

Wie man unschwer erkennen kann: Der Apfel fällt nicht weit vom Medien-Motivationscoach-Stamm.


Mademoiselle und Luise

Dienstag, 17. Juli 2012

Irgendwer mit Medien #1 – Mirko Drotschmann.


Liebe Leser_innen,
wir haben ihn gefunden! – den ersten Medienmensch, der uns, den beiden momentan etwas orientierungslosen Irgendwas-mit-Medien-Studentinnen, aus seinem spannenden Berufsalltag berichtet und kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, Antworten auf knallhart recherchierte, investigative Fragen zum Leben und Arbeiten in Rundfunk, Presse, Cyberspace und Co. zu geben.

Quelle: Mirko Drotschmann 
Mirko Drotschmann - 26 Jahre alt und als Medienschaffender vielseitig unterwegs: Er moderiert nicht nur bei diversen Radiosendern (N-JOY, DASDING) und schreibt für die Stuttgarter Zeitung, sondern arbeitet ebenso in der Redaktion der Kindernachrichten vom Kika und ZDF, Logo.
Doch nicht nur in Radio, Fernsehen und Zeitung ist der Herr unterwegs: Seit einiger Zeit betreibt er außerdem in seiner Freizeit einen YouTube-Channel und bringt sein im Studium erworbenes Wissen über Geschichte und Politik in Form von anschaulichen Nachhilfe-Videos an internetaffine, lernwilligen Schüler.

In einem exklusiven Interview mit uns, Penibelichkeit, berichtet Mirko über seinen Alltag als Macher medialer Produkte und erklärt uns und Ihnen, liebe Leser_innen, warum es gerade am Anfang einer Karriere in den Medien schwierig sein kann, sich auf ein Medium festzulegen. Außerdem spricht er mit uns unter anderem über den legendären Gossip der Branche, einschleichende Berufskrankheiten, seine Einschätzung zur Zukunft von Fernsehen und Internet und die Wichtigkeit von Freizeit im Leben eines Busy-Busy-Medienmenschens.

Quelle: Mirko Drotschmann
Mirko ist ein Beispiel par excellence dafür, dass es sich empfiehlt, schon früh die ersten Weichen zu stellen, plant man in den Medien durchzustarten: bereits während seiner schulischen Laufbahn war er Schreiberling für die schulinterne Zeitung, um nach dem Abi ein Praktikum beim jungen Programm des SWR, ‚Das Ding’, zu machen.
Wie das Schicksal oft so spielt, bekam er im Anschluss die Möglichkeit ein weiteres Jahr für den Sender als Moderator der Morningshow zu arbeiten. Doch auf diese frühen beruflichen Erfahrungen wollte sich Herr Drotschmann nach dieser Zeit nicht ausruhen. Was folgte war ein solides - wenn man das von den Geisteswissenschaften überhaupt sagen kann – Kulturwissenschafts- und Geschichtsstudium. Denn ohne einem akademischen Abschluss, so weiß man, läuft auch in den Medien mittlerweile nicht mehr viel.

Mirko, dir war also schon während der Schulzeit klar, dass du in die Medien gehen willst?
Mirko: Ja, auf jeden Fall! Ich wollte immer Sportreporter werden. Schon mit 14, 15, als großer Fußballfan,  fand ich es cool, wie die Reporter im Radio über den Sport berichteten. Später kam ich zur Schülerzeitung und hatte riesigen Spaß daran, journalistisch zu arbeiten. Ab da wusste ich dann eigentlich relativ schnell, dass ich in die Medien gehen wollte. Was ich allerdings nicht wusste, war, ob ich für eine Zeitung schreiben, oder für’s Radio arbeiten wollte. Ich hatte immer so Phasen. Und leider habe ich mich bis heute noch nicht entschieden. 

Wodurch kommt es, dass du dich nicht entscheiden kannst? Weil alles so interessant ist, oder weil es auch finanziell besser ist, mehrere verschiedene Sachen parallel zu machen?
Mirko: Sowohl als auch. Finanziell ist es leider nicht immer lukrativ, bei einer Zeitung zu arbeiten. Für die Artikel, die man schreibt, bekommt man nicht wirklich viel. Natürlich kommt es in Sachen Honorierung auch darauf an, wofür man schreibt. Aber wenn man nur als freier Mitarbeiter für eine Zeitung schreiben würde, dann wäre das ziemlich krass. Ich glaube, dass ich mich nicht entscheiden kann, weil alles seinen Reiz hat. Ich schreibe gern, weil man so schön mit Sprache arbeiten kann. Am Radio finde ich toll, dass man diesen Musikbezug hat und das direkte Feedback vom Hörer bekommt. Und das Fernsehen ist halt generell ein cooles Medium. Aber für mich selbst geplant hatte ich das nie. Das kam irgendwann einfach so.

.... dadurch, dass man beim Radio die richtigen Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft hat?
Mirko: Bei DasDing gibt es eine Sendung, DasDingTV, für dessen Klatsch und Tratsch- Rubrik vor einiger Zeit jemand gesucht wurde, der die Inhalte auch im Fernsehen präsentiert. Dafür hatte ich mich einfach mal aus Spaß beworben und wurde genommen. Das war dann der erste Kontakt für mich mit dem Fernsehen. DasDing ist insgesamt ein Programm, das immer trimedial arbeitet und sowohl Fernsehen, als auch Radio, und Internet abdeckt. Zu Logo, den Kindernachrichten, kam ich über eine Kollegin. Sie hatte mir empfohlen, dort ein Praktikum zu machen. Das hab ich gemacht und seitdem arbeite ich dort.

Thema Fernsehen: Wie siehst du YouTube? Wird dieses Medium das Fernsehen irgendwann ablösen?
Mirko: Das finde ich sehr spannend. Schon zu Unizeiten hab ich das verfolgt und mich damit auseinandergesetzt, wie YouTube gerade Jugendliche beeinflusst. Es gibt nicht auf der einen Seite Fernsehen und auf der anderen Seite Youtube, sondern beide gehören irgendwie zusammen. Die Leute behandeln YouTube wie einen Fernsehsender. Sie haben Abo-Listen und darin verschiedene Sendungen, die sie abends wie vor dem Fernseher schauen. Ich glaube, dass gerade das öffentlich-rechtliche Fernsehen  ziemlich verschläft, was momentan bei YouTube los ist und die Zeichen nicht erkennt. Aber nicht nur die: Generell haben die Fernsehsender noch nicht so ganz gecheckt, was für ein riesiger Markt YouTube ist. Man muss sich nur mal die Klick-Zahlen anschauen: Viele Videos von YouTubern haben mehr Zuschauer als Thomas Gottschalks Sendung je hatte. Und wenn die Fernsehsender da nicht drauf reagieren, dann sind sie irgendwann abgehängt von dem, was bei YouTube läuft.
Wobei man natürlich sagen muss, dass der Vergleich grundsätzlich nicht einfach ist: Manche Sachen funktionieren nur im Fernsehen. Z.B. so große Live-Sendungen wie ‚Schlag den Raab’ oder Fußballspiele. Bei solchen Sachen ist das Fernsehen immer noch weit vorne. Aber ich glaube, in Zukunft muss sich das Fernsehen neue Lücken suchen, wo es noch etwas anderes bietet, als das, was man auch im Internet bekommt.

Es gibt ja mittlerweile bei den Öffentlich-Rechtlichen den Trend, zumindest in den Spartensendern, ein wenig crossmedialer zu agieren, gerade beim ZDF - ZDFneo, etc.
Mirko: Genau. Gerade beim ZDF bekomme ich auch mit, wie stark dort auf die Mediathek gesetzt wird. NeoParadise beispielsweise schauen mehr Leute im Internet, als im Fernsehen an.