Samstag, 30. Juni 2012

Irgendwer mit Medien


It’s time for something new! (dt. „Es ist Zeit für etwas Neues!“) 


Ja, liebe Leser_innen von PENIBELichkeit, das ist es! Mit diesem Eintrag wollen wir feierlich eine neue Kategorie auf diesem Blog vorstellen: Irgendwer mit Medien.

Foto: Penibelichkeit

Viele von ihnen da draußen kennen es vielleicht. Sobald das Ende eines Irgendwas-mit-Medien-Studiums näher rückt, steigt die Freude: Die Freude die verdammten, universitären Kreise und die Kommilitonen, die versuchen jeden anderen mit sich in die Tiefen der Selbstzweifel zu ziehen - und nebenbei schon jetzt erfolgloser sind als man selbst - endlich hinter sich lassen zu können. Doch im gleichen Zuge steigen auch der Druck und die Erwartungen. Auf und von einem selbst. Und den Anderen, den Unwissenden.

„Und, was nun?“
„Machst du jetzt endlich mal was Anständiges? Etwas, womit du Geld verdienen kannst?!“
„Medien? Oh mein Gott! Nicht dein Ernst! Bist du dir sicher, dass du dir das antun willst?“
„Du willst das mit den Medien wirklich durchziehen? Eieiei.“
„ ...für ein Lehramtsstudium ist es nie zu spät!“
...

Fragen über Fragen, die man als angehender Medienschaffender nicht nur ständig aus dem näheren Umfeld um die Ohren gehauen bekommt, sondern sich - und das ist das fatale, also Vorsicht!- irgendwann selbst stellt. Jede schonungslose Frage: Wie ein Hieb in den Nacken.

Eigene Ziele hier. Eigene Vorstellungen dort. Eine grobe Ahnung wo es mit dem eigenen kreativen Ich hingehen soll, hat man eventuell schon. Wenn man Glück hat. Doch scheint alles manchmal so fern und unerreichbar. Die Welt, die Familie, die Freunde? Eiskalte Gegner! Zumindest manchmal.
Was in Zeiten der absoluten Krise helfen kann: Mut, Zuversicht, Gewissheit und Hoffnung, dass sich einem die Tür zur schillernden, abenteuerlichen Medienwelt irgendwann öffnet, ganz ohne dafür Schaden an Körper und Persönlichkeit genommen haben zu müssen. Doch von wem? Selbstverständlich von Menschen, die es schon geschafft haben!

Und die werden wir suchen. Wir, Penibelichkeit werden uns auf den Weg machen, solche Medienmenschen zu finden, die uns, und allen anderen da draußen, mit ihren Geschichten und Werdegängen zeigen, dass es machbar ist, Fuß in den Medien zu fassen. Getreu dem Motto: Ein Irgendwer-mit-Medien erklärt den zwei Irgendwas-mit-Medien-Studenten, und auch Ihnen liebe Leser_innen, wie’s laufen kann.

Luise

Montag, 18. Juni 2012

STOP! Turtle Time.

"Big things have slow beginnings" (Klaas Heufer-Umlauf)

„Dass sich so viele junge Leute für Schildkröten interessieren...“ So gehört bei dem Essener Event des Jahres, dem „Schildkrötentag“ der Schildkrötenfreunde Horst ’95 e.V.. Das Erstaunen war der rüstigen Rentnerin - übrigens wirklich interessiert am Thema Schildkrötenhaltung, -pflege, und -liebe - schildkrötlich ins Gesicht geschrieben.
Nun fragen Sie sich, liebe Leser_innen, wahrscheinlich, wie es zu diesem hochtrabenden Moment in der Geschichte der Schildkröte kam. Zu Recht, sagen wir da! Gerne liefern wir Ihnen hierzu eine Erklärung: 


An ihrem Ehrentag leider selbst nur in Gedanken und auf Fotos bei den Fans: Die Schildkröte.

Fast wäre es in Vergessenheit geraten, das tapfere Tierchen, das schon die Dinosaurier überlebte. Die Schildkröte. Doch zum Glück gibt es das ‚Tiere-suchen-ein-Zuhause’ des Spartenfernsehens, NeoParadise, und Schildkrötenbotschafter Klaas Heufer-Umlauf, der die Urgroßmutter unter den Reptilien mit seinem Schützling Sven Gewalt (schneller als die Schildkrötenpolizei es erlaubt übrigens auch auf Twitter @SvenGewalt unterwegs) wieder beliebt und gesellschaftsfähig macht. Durch die mehr als gelungene Pressearbeit des Essener Schildkrötenvereins wurde Schildkrötenziehpapa Klaas auf das aufklärerische Schaffen dieser Panzervereinigung aufmerksam, und konnte nicht anders, als the word in the show zu spreaden. Mit Erfolg! So viele Schildkrötenfreunde und Turtle-Fans wie nie zuvor folgten dem Wallfahrtsruf des selbstlosen Propheten und pilgerten ins Turtle-Idyll Ruhrpott. Darunter auch wir, PENIBELichkeit.

Schildkrötige Freude bei Olli Schulz.
Foto: Penibelichkeit
Weil Heufer-Umlauf, der Initiator des Turtle-Movements, selbst zu busy war, a.k.a im Urlaub(?), schickte er seinen Lakaien Olli Schulz[1] an die Front, um den Turtle-Tag exklusiv, dokumentarisch-seriös festzuhalten. Und für die Ewigkeit festzuhalten galt einiges!

Das betriebene Guerilla-Marketing lockte einige Pseudo-Turtle-Fans nach Essen-Altenessen, die frecherweise nur des Klamauks wegen anreisten. Doch änderte auch dies nichts an der beabsichtigten Message des Infotages: Schildkröten haben verdammt nochmal Respekt verdient! In diesem Zuge ließ es sich der Verein nicht nehmen, Olli stellvertretend für die Ober-Turtle-Fanbase NeoParadise zu rügen und deren Umgang mit Maskottchen Sven Gewalt zu kritisieren. Schulz gelobte daraufhin mit sehr pathetischen Worten Besserung: „Mögen die Höhepunkte der Vergangenheit die Tiefpunkte der Zukunft werden!“.


Nachdem wirklich jedem verständlich gemacht wurde, welche Ernsthaftigkeit an der Turtle-Front erwartet wird und schlechte, erniedrigende Witze auf Kosten des gelobten Tieres bald Vergangenheit waren, brillierte die Vortragsreihe durch bedeutungsschwere Wortmeldungen seitens der Zuhörerschaft.
Mit schonungslosen, unverblümten und investigativen Fragen vom Publikum ("Sind Schildkröten winterhart?) und dem qualifizierten Moderator ("Hand auf Herz: Hat die Schildkröte in Deutschland überhaupt was zu suchen?") wurde dem Expertenwissen der Gastgeber gehörig auf den Zahn gefühlt.

     Hier unsere Top 6 der Info-Take-Aways des Tages:

     1. Wildschweine sind die Erzfeinde der Schildkröten. (Wir alle hassen Wildschweine!)
     2. Marihuana–Plantagen sind keine natürlichen Biotope der gemeinen griechischen    
         Landschildkröte, griech. Testudo Hermanni. (... auch wenn der Gebrauch gleicher 
         Wärmelampen dazu verleitet!)
     3. Die Männchen sind die, mit den dicksten und längsten Schwänzen.
     4. Das Aufschneiden von Schildkröten zur Altersbestimmung wird nur bedingt empfohlen.
     5. Schildkröten spielen gerne Verstecken, sind dabei allerdings eher 'geht so' kreativ und
         schneller als gedacht Opfer von fiesen Fehltritten. Also Obacht, denn...
     6. ... in Sachen Panzersicherheit sprechen Schildkröten und die deutsche Bundeswehr 
         leider nicht die gleiche Sprache.

Foto: Penibelichkeit
Der wundervolle, höchstinformative Schildkrötentag fand seinen krönenden Abschluss durch eine von Altmeister Olli Schulz dargebotene, musikalische Ode an die Schuldkröte. In diesem Sinne, liebe Leser_innen: „Die Schildkröte, die Schildkröte Sven Gewalt, lässt keinen kalt.“



Mademoiselle & Luise



[1] Auch wenn Olli Schulz, zu Beginn nur wenig begeistert über seinen Einsatz an der Turtle-Front, versuchte die unbestreitbar vorhandene, innere Euphorie mit Coolness zu überspielen, brachte er seine große Liebe zur Schildkröte spätestens mit dem uns exklusiv gegebenen Statement zum Ausdruck: „Worte können nicht beschreiben, wie sehr ich mich freue, hier zu sein.“


Donnerstag, 31. Mai 2012

It's Time To Push: Bobby Long.


Liebe Leser_innen, bald ist er da: der langersehnte Sommer! Mit ihm die vielen schönen, sonnigen Nachmittage in den Parks dieses Landes. Und was macht solche gemütlichen Nachmittage umso schöner? Richtig. Die passende Musik auf den mitgebrachten, portablen Musikspielern. An dieser Stelle nutzen wir also sehr gerne die Gelegenheit, Ihnen einen Musiker wärmstens ans Herz zu legen, dessen Songs uns schon seit vielen Jahren begleiten. 

Foto: PENIBELichkeit

Skinny Jeans. Karohemd. Abgelaufene Oxford-Schuhe. Das sind die modischen Markenzeichen dieses  Musikers. Doch macht er weniger damit, als viel mehr durch sein musikalisch-künstlerisches Schaffen von sich reden.
Bobby Long. 26 Jahre alt. Brite. Singer/Songwriter. Inspiriert von den großen Meistern Bob Dylon, Elliott Smith und Neill Young macht er Musik, großartige Musik: Mit von Blues, Folk und Country durchzogenen Gitarrenklänge unterstreicht er die mit markanter, aber dennoch unter die Haut gehende Stimme gesungenen Texte aufs Beste. Ob „She Wears Green“, „Two Years Old“ oder „Who Have You Been Loving“ – jeder Song besticht durch Persönlichkeit und zeugt von einem besonderen Feingefühl des Sängers für Worte.

Den schon früh im heimischen Schlafzimmer aufgenommenen EPs, folgte zu Beginn des letzten Jahres das erste Studioalbum, „A Winter Tale“. Bei dessen Entstehungsprozess wurde sich viel Zeit genommen und nichts überstürzt - in Liam Watson den dafür perfekten Produzenten (mit einem Grammy ausgezeichnet für das The White Stripes Album ‚Elephant’) und mit dem kleinen amerikanischen ATO-Records ein passendes Independent-Label gefunden. Herausgekommen ist eine brillante Platte mit für Bobby Long gewohnt persönlichen Songs. Sehr poetische, lyrische Texte und im Ohr bleibende Melodien - das sind die Erkennungszeichen seiner Werke. 


Foto: PENIBELichkeit

Hineingeboren in einer musikbegeisterten Familie definierte die Musik schon von Beginn an sein Leben. Nachdem Mr. Long in Kindestagen lernte Cello zu spielen, sattelte er mit 17 Jahren um: Binnen kürzester Zeit brachte er sich das Gitarrespielen bei und begann im gleichen Zuge mit dem Schreiben eigener Songs.
Aufgewachsen im ländlichen Südwesten Großbritanniens zog es ihn nach dem Absolvieren des A-Levels in die Hauptstadt London, wo für ihn weniger das Studium an der Metropolitan University im Vordergrund stand, als das musikalische Vorankommen in den folgenden Jahren. Mit Erfolg: Bei Open-Mic-Nights im großstädtischen Nachtleben schloss er nicht nur Freundschaft mit anderen Singer/Songwritern wie Marcus Foster, Sam Bradley und den sich damals noch am Anfang seiner Schauspielkarriere befindenen Robert Pattinson, sondern machte sich mit seiner Musik schnell einen Namen in der Szene. Erste Auftritte außerhalb der Stadt, des Landes und des Kontinentes folgten schnell, ebenso wie der erste, größere Erfolg als internationaler Songwriter: So schrieb er 2009 schrieb einen Song, der auf dem Soundtrack der Vampirroman-Verfilmung ‚Twilight’ landete.

Doch ruht sich Bobby keineswegs auf seinem bisherigen Erfolg aus. Kontinuierliche harte Arbeit an der eigenen, nicht nur musikalischen Weiterentwicklung prägt seinen Alltag: Vor einer Woche erschien sein erstes Buch - ein Buch gefüllt mit tiefsinnigen Gedichten über Liebe, Leidenschaft und Enttäuschung (Die Buchbestellung hat bereits das Haus verlassen. Eine genauere Vorstellung des Werkes wird es von uns mit großer Sicherheit in den nächsten Wochen geben).
Doch wird auch in Zukunft weiterhin die Musik für ihn im Vordergrund stehen. Indiz dafür: Gerade arbeit der Herr an seinem zweiten Album und tourt „zwischendurch“ durch die neue Wahlheimat Amerika. Viel Zeit zum Entspannen und Durchatmen gönnt er sich selbst wenig, doch genau darin zeigt sich, dass die Musik für ihn viel mehr zu sein scheint, als einfache Arbeit. Musik für Bobby Long? Zweifelsohne Lebensinhalt, ohne die im Leben wenig funktioniert. Das ist die Leidenschaft eines Musikers zu seinem Medium, die man in der heutigen Zeit von Castingformat-Erscheinungen und durchproduzierten One-Hit-Wondern oftmals schwer vermisst.

Warum der Mittzwanziger hierzulande trotz zahlreicher Touren in der Vergangenheit nur einem kleinen Kreis Singer/Songwriter-affinen Musikliebhabern  ein Begriff ist, lässt sich wahrscheinlich mit dessen zurückhaltenden, schüchternen Art erklären, sich nicht gern in den Mittelpunkt zu stellen. Auch mit dem offensichtlichen Erfolg ist der Brite auf dem Boden geblieben, zutiefst dankbar für die Unterstützung  und den Rückhalt seiner Anhänger der ersten Stunde. Doch zeigt sich bei ihm immer wieder diese leichte Überforderung mit dem ihm entgegengebrachten Hype um die eigene Person: Bei jedem seiner Konzerte schafft er eine Atmosphäre, die sowohl die Zuhörerschaft in die richtige Stimmung für seine Musik versetzt, als auch sich selbst eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit spüren lässt. Dass dieses geschaffene Wohnzimmer-Feeling nur bei einem kleinen Publikum und in entsprechenden Lokalitäten funktioniert, versteht sich von selbst. Doch ist Bobby Long dennoch in der Lage den Schalter umzulegen und auf großen Festivals mit Tausenden von Menschen aufzutreten und eine ganz andere Seite von sich und der Ausstrahlung seiner Musik zu zeigen.

Ohne noch mehr vorwegzunehmen, hören Sie, liebe Leser_innen mit gutem Musikgeschmack, am besten selbst:



Wundervoll, oder? Unser Rat: Raus in den Park, ab in die Sonne und mit der Musik von Bobby Long im Ohr den Sommer genießen.
Luise