Sonntag, 29. April 2012

It's time to push: Ein Herz für Ginger

Liebe Leser_innen, gerne nutzen wir die Gunst der Stunde und stellen Ihnen eine neue Kategorie hier bei uns, PENIBELichkeit, vor: It's time to push (dt. es ist an der Zeit, zu schubsen). Und was erwartet Sie dort, mögen Sie sich fragen, liebe Leser_innen? Darauf gibt eine ganz einfache, kurzgefasste Antwort: All das, was wir erwähnenswert finden. Und all das, was wir - größenwahnsinnig, wie wir sind - zu uns ins Rampenlicht zerren wollen. Freuen Sie sich von nun an also auf viele neue (oder auch altbekannte) Künstler jeglichen Genres, jeglicher Künste, die es hier zu entdecken gilt.
Und weil uns nun eine gute, gelungene Überleitung fehlt, geht es, nachdem alles Fragwürdige aus dem Weg geräumt ist, gleich mit der ersten Ausgabe dieser Kategorie los:

Jetzt mal Hand auf’s Herz: Wer hat tatsächlich etwas gegen Ginger People? Diese rothaarigen Leute – für alle nicht Brit-affinen Leser_innen – die es schon zu Kindergartentagen nicht einfach in der Masse haben? Die immer herausstechen und diskriminiert werden, weil Rothaarigenhass scheinbar nach wie vor zum guten Ton gehört und nicht unter Rassismus gezählt wird?

Nein, wir selbst sind keine Ginger-Girls. Und nein, unsere Freunde sind auch keine Ginger-Boys. Wir sind also keinesfalls voreingenommen. Nunja, vielleicht ein kleines bisschen, da wir schon immer eine Schwäche für diejenigen hatten, die im Volksmund nicht unbedingt als „schön“ betitelt worden sind. Aber mal ehrlich: Wie kann es sein, dass es scheinbar völlig in Ordnung ist, Dinge wie: „Um Gottes Willen, ich will doch kein rothaariges Kind bekommen!“ zu sagen und sich dabei allen Ernstes als tolerant und allen Menschen gegenüber aufgeschlossen zu bezeichnen?
Warum gerade jetzt dieser Mehr-Rechte-Für-Ginger-People-Aufschrei, fragen Sie sich vielleicht, liebe Leser_innen? Das können wir Ihnen sagen: Hierbei soll es sich nämlich um eine faszinierend individuelle, clevere Überleitung zu Ed Sheeran, seines Zeichens Singer-Songwriter aus good ol‘ Britain, handeln. Ganz geklappt hat es wahrscheinlich nicht, aber der Versuch war es wert, dabei bleiben wir.

Wir sind uns bewusst, dass wir nicht unbedingt ganz up-to-date sind, sein Album „+“ ist immerhin schon seit mehr als zwei  Monaten auf dem Markt. Trotzdem haben wir uns dazu entschieden, eine Lanze für ihn zu brechen. Nach einigen Kommentaren seitens unserer Freunde (wir werden hier keine Namen nennen), wie: „Das eine Lied da ist langweilig, außerdem sieht der nun wirklich nicht gut aus. So’n klassischer, britischer Rotschopf“, sehen wir es an der Zeit, exemplarisch an Ed Sheeran unsere Liebe für die britischen Rotschöpfe an dieser Stelle öffentlich zu machen. Dass wir das Album tatsächlich auch gestern erst das erste Mal durchgehört haben, verschweigen wir nun lieber.
Was genau wir eigentlich pushen wollen und sollen, wissen wir tatsächlich gar nicht. Das Album ist gut in den Charts eingestiegen, auf Platz 12 hier in Deutschland, wenn uns Wikipedia nicht täuscht, und seine Singles „The A Team“ und „Lego House“ kennen gut gebildete Casting-Show-Format-Liebhaber ohnehin schon lange aus „The Voice“ oder „Unser Star für Baku“. Aber auch den Internet-Nerds sollte Ron Weasleys (sprich Rupert Grint) Auftritt im Video zu „Lego House“ bekannt und daher Ed Sheeran schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr sein. Pushen können wir ihn also garantiert nicht. Aber lobend erwähnen, unseren Gefallen für seine Musik ausdrücken, das schon.
Und dies wird nun an dieser Stelle getan werden.
Zu viel wollen wir allerdings gar nicht dazu sagen, Rezensionen sind schon en masse von anderer Seite aus geschrieben worden und sich nun tatsächlich dazu berufen fühlen,  noch etwas zu dieser Liste beizutragen (gefühlte 6 Monate zu spät), so vermessen sind selbst wir nicht.
Daher sei nur so viel gesagt: Dauergespieltwerdlieblinge auf dem Album sind: „The A-Team“ – bereits erwähnt, bereits bekannt; „Drunk“ – das an dieser Stelle absolut nichts über unsere Vorlieben aussagt; „You Need Me, I Don’t Need You“ – Sheerans überaus akzeptabler cockney-rapesker Songversuch; sowie zu guter Letzt „Give Me Love“, das einfach schön ist. Und ja, sowas kann man auch als gute journalistische Begründung durchgehen lassen. Ab und zu.


In diesem Sinne, liebe Leser_innen, geben Sie diesem Album eine Chance, falls Sie genauso spät dran sind, wie wir, und es bisher noch nicht getan haben.

Mademoiselle

Donnerstag, 26. April 2012

Fromm se KRAFT tu se KLUB


Kraftklub – Mit K Tour 2012 – 23.04.12 Live Music Hall, Köln

„Fromm se Kraft tu se Klub. Fromm se mega tu se gut.“ 
Das ist zwar vielleicht nicht die allgemeinhin journalistisch anerkannteste Methode, eine Konzertkritik einzuleiten, kann aber als Aussage so definitiv stehen bleiben. Aufmerksame Leser_innen werden hoffentlich ohnehin schon erkannt haben, dass uns konventionell nicht steht. Wir sind ja nicht Mainstream. Und so. Und das, obwohl wir gar nicht in Berlin sind. Und dort auch gar nicht hinwollen. Vorerst. 
Man applaudiere für diese gekonnte Überleitung, liebe Leser_innen. Denn nun soll es um die Band gehen, die sich genau dies auf die Fahne geschrieben hat (und dabei selbst Meister der Überleitungen ist, auch wenn sie das, bescheiden wie sie ist, zu leugnen weiß).

Beginnen sollte man diesen äußerst strukturierten Eintrag (auf dem Rückweg mit Zettel und Stift, wir wiederholen, Zettel und Stift geschrieben) vielleicht genau so, wie auch der Abend begann. Nämlich mit der Vorband. Die hörte auf den Namen „The World Domination“ und wurde von Kraftklubs Felix mit den Worten: „Sie sind Kunst.“ angekündigt. Und damit sollte er Recht behalten. Kunst waren sie mit Sicherheit. Und über diese lässt sich altbekanntermaßen spätestens seit Joseph Beuys nicht mehr streiten. Wir sagen daher nur so viel: Auch nach fast abgeschlossenem Irgendwas-Mit-Medien-Studium zählen wir uns nach wie vor nicht zu den Kunstkennern. Deshalb verstehen wir weder ranzige Butter in einer Ecke, noch fröhlich hervorblitzende Testikel eines Frontsängers.
Das reicht dann auch schon, wenn es um die Vorband geht. Nur so viel sei noch gesagt: Der Drummer hat seinen Job gut gemacht. Und den Guyliner hat er auch gerockt. 
Nach einer guten halben Stunde vollkommenem Kunsterfahrens, ging die Ära – siedeln wir sie irgendwo zwischen Körperkunst und Performanceerfahrung an – der Weltherrschaft auch schon zu Ende und ließ eine Menge zurück, die brodelte und bereit war für Kraftklub. Und Kraftklub ganz offensichtlich für sie.

 Pünktlich um kurz nach 21 Uhr betrat die Karlmarxstädter Rasselbande die Bühne und hatte das Publikum von Anfang an mit ihrer sympathischen „Wir-Haben-Ehrlich-Bock-Hier-Zu-Sein“ Ausstrahlung fest im Griff. Trotz anfänglicher Skepsis ihrerseits, da es sich um ein Montagskonzert handelte, in dem normalerweise doch eher der Wurm drin ist, verwandelte sich die Live Music Hall bald in einen gröhlenden, schreienden, crowdsurfenden Ofen, der alle Lieder – einschließlich derer der Adonis Maximus EP – mitzusingen und zu feiern wusste. Im Laufe des Konzerts blieb dann auch tatsächlich kein Musikwunsch bezüglich des Albums „Mit K“ offen und selbst ein kurzes Cover von „Blitzkrieg Bop“, zu dem die Band noch einmal die von der Weltherrschaft besessene Vorband zu sich auf die Bühne holte, sowie ein Stagedive von Felix waren tatsächlich noch drin.
Grinsekatze Felix schaut sich noch einmal das
bunte Treiben vor der Bühne an
Als letzte – zweite – Zugabe schlugen die stolzen Kinder Ostdeutschlands dann noch einmal ernstere Töne an und wiesen auf die Trinkwasserinitiative „Viva con Agua“ hin, die sie mit einer cleveren, so noch nicht gesehenen Pfandbechersammelaktion unterstützen. Das dazu passende, abendabschließende Lied, das noch ein letztes Mal Kraftklubs liebevolle, selbstironische Ader widerspiegelte, war „Scheissindiedisko“. Damit entließen sie den tobenden Mopp, jedoch nicht ohne ein späteres Treffen am Merchandisestand zu versprechen und  vorher noch einmal (und das muss an dieser Stelle mit großem Zuschauerstolz erwähnt werden) zu bestätigen, was jeder im Club Anwesende ohnehin schon wusste: Dieses Montagskonzert wird in die Geschichte eingehen, denn es hat tatsächlich geschafft, was niemand sonst je zu glauben gewagt hatte: Es hat das Kölner, samstägige Vorgängerkonzert nicht nur erreicht, sondern stimmungstechnisch sogar übertroffen. Und das heißt schon etwas. Und es war nicht nur so daher gesagt, sondern ist nun auch schwarz auf weiß auf rot auf Kraftklubs Kraftblok nachzulesen.

Wir, PENIBELichkeit, danken an dieser Stelle den Jungs nicht nur für ihre Ehrlichkeit, sondern auch für den gelungenen, muskelkaterfördernden Abend und ihre Art, mit dem Publikum umzugehen. Es tut gut, zwischen all den verwöhnten Vollprofis auch ab und zu noch einmal eine Band zu sehen, der es Spaß macht, das zu tun, was sie da tut.

Mademoiselle

Montag, 23. April 2012

Olli Schulz, dein SOS kam an!


„Olli Schulz? Ist das nicht der eine da, der von Joko und Klaas?“


Auch wenn das stimmt, sollte man keineswegs den Fehler begehen, Olli Schulz auf seine regelmäßige Präsenz in der Sendung "neoParadise" (donnerstags, ZDFneo) zu reduzieren. Zwar wird Olli S. (Nicht zu verwechseln mit Oli P.) gegenwärtig als Wurstwarenfacherotiker vom Dienst, nebst seiner Alter-Ego-Rolle des intellektuellen, dem Trinken nicht abgeneigten Reporters Charles Schulzkovski einem breiten, vor allem jungen Publikum zu einem Begriff, doch verdient der gebürtige Hamburger hauptberuflich als Singer/Songwriter seine täglichen (Mett)Brötchen.

Kaum vorstellbar, aber mit Sicherheit wahr: Was eine schillernde Welt zu sein scheint, gilt in Kennerkreisen als genauso hart, wie das Leben eines Türstehers. Das Musikerleben. Einzige Aufmunterungen und Lichtblicke am Ende des mit Klangfarben bepinselten Tunnels? Live-Auftritte, mit denen man einer vielschichtigen, oft verständnislosen Masse gegenüber versuchen kann, seine eigene berufliche Existenz jenseits von Plattenverkaufszahlen zu rechtfertigen. Wir, Penibelichkeit, hörten den Ruf des Olli Schulz’ und folgten ihm in der vergangenen Woche nach Köln.

Voll cool: Olli Schulz hat zur Feier des Tages eine
liebevoll zusammengestellte Powerpoint-Präsentation mit süßen
Tierfotos mitgebrach
t.
Liebe Leser_innen, um eines vorweg zu nehmen: Wir sind keine Fans von trockenen Konzertberichten. Keine Fans von langweiligen Rezensionen, die zwar - auch wenn nur auf Umwegen - die Stimmung und den Grundtenor des jeweiligen musikalischen Abends einfangen, aber dennoch nicht mehr sind, als eine einschläfernde Bettlektüre à la Pilcher und Foucault. Warum also Sie, liebe Leser_innen, an dieser Stelle langweilen? Eben! Vielmehr möchten wir Sie an dieser Stelle durch eine kurze Skizzierung unseres Konzertabends mit Olli Schulz bekanntmachen und sie dazu ermutigen, selbst einmal - wie man es als musikinteressierter und künstlerunterstützender Bürger halt so tut - die in der harten Zeit übrig gebliebenen letzten Groschen zusammen zu kratzen und die Bedürftigen der Gesellschaft, die armen, mittellosen, aber unglaublich talentierten Musikschaffenden zu unterstützen. Was man für wenig Geld bekommt, sind nicht nur hörenswerte Platten selbiger, sondern auch Karten für Konzertenabende, die die trübe, triste Alltagsbrühe für wenige Stunden vergessen machen.

Selbst wenn wir wollten, könnten wir an dieser Stelle keinen klassischen Konzertbericht verfassen. Der Grund: Das, was Olli Schulz auf seiner derzeitigen Tour bietet, ist nicht rein musikalischer Natur. Auch wenn die Musik im Vordergrund steht (schließlich hat der Herr vor gut einem Monat sein neues Album "SOS - Save Olli Schulz" auf den Markt gebracht, die es an den Mann und die Frau zu bringen gilt), hatte das Dargebotene ebenso etwas von Comedy und Kabarett. So wurde man, auch wir, bestens und bis an die Grenzen der Lachmuskel-Überforderung unterhalten. Olli, ein Mann von Welt und Vitamin B(eziehung),  Ex-Peter-Maffay-Roadie und Best-Buddy mit der deutschen TV- und Radio-Unterhaltungselite hat natürlich 1A-Anekdoten aus seinem Musiker-Leben im Petto, die von uneigenen Starallüren nur so überschäumen und deswegen zwangsläufig mit allen Menschen geteilt werden müssen. Unweigerlich muss man erfahren, dass auch das Leben des Olli Schulz’ kein Wunschkonzert ist: Verhasst als zugezogener Fremder in der Hauptstadt und aufgrund des eigenen Alkoholkonsums von Farin Urlaub mit elterlichen Ratschlägen in die Schranken gewiesen. Doch schaden tut das Ganze nicht: Olli Schulz’ Songtexte handeln vom Leben, vom Verliebtsein und von „Koks und Nutten“, treffen den kariösen Zahn der Zeit. 

Und was macht man mit den Liedern dazu? Selbstverständlich denjenigen widmen, die als Inspirationsquelle dienten, und seien es auch seltsame ehemalige Mitschüler. Eines muss man dem Berlin-Neu-Zugezogenen lassen: Authentizität und Ehrlichkeit sind seine Steckenpferde. Nicht selten traut er sich etwas, das sich andere nicht trauen würden. 
Zum Beispiel über Fans herziehen, die Konzerte nur noch durch den Handybildschirm erleben (Recht hat er!). Doch Herr Schulz darf das, denn was er ganz nebenbei leistet, ist Menschen zu verbinden, als Ver-Couple-r auf den eigenen Konzerten. Ob die Menschen das wollen und brauchen sei mal dahin gestellt. Aber was eigentlich zählt, ist doch im Grunde genommen die gute, selbstlose Absicht dahinter.  Oder? Danke Olli.

Luise

Montag, 16. April 2012

Der Mai wird (live)musikalisch!


Liebe Leser_innen,

seien wir doch mal ehrlich: In jedem Tweet schwimmt doch auch immer etwas Persönlichkeit, Profession und Leidenschaft des Verfassers mit. Beabsichtigt, oder unbeabsichtigt.  Selbstverständlich auch bei uns.

Wie es unsere Zwitscherei auf Twitter in den letzten Wochen verriet, treiben wir uns oft und gerne auf diversen Live-Konzerten herum. Ob Snow Patrol, oder Culcha Candela – wir, und unsere strapazierfähigen Ohren, nehmen alles mit, was sich irgendwie und irgendwo anbietet (Anmerkung: Wie es das Schicksal halt so will, greift man als rasender Konzert-Reporter für ein Stadtmagazin beim Losen um Gästelisten-Plätze das ein oder andere Mal gehörig daneben. Aber was soll’s!). Aus diesem Grund haben wir uns gedacht: Warum nicht Sie, liebe Leser_innen, an unserer Leidenschaft für Live-Musik teilhaben lassen? Von unserer Seite spricht nichts dagegen!

Et voilà: In den nächsten Wochen steht dieser Blog unter einem sehr (live)musikalischen Stern. Wie bereits verkündet, haben wir unsere Planung diesbezüglich schon abgeschlossen.

Quelle: Twitter (@PENIBELichkeit)


Ja, ja - auch wenn sich die Kelly Family ganz offensichtlich gegen uns verbündet hat, stecken wir den Kopf nicht in den Sand! Das wäre ja auch gelacht, wenn Konzert-Deutschland nicht andere, mindestens genauso vielversprechende, musikalisch untermalte Abende bieten würde! Wir sind fündig geworden. Zwei Konzerte wurden von uns bereits bestätigt und fett im Terminkalender markiert. Welche? Das wird noch nicht verraten. Aber eines sei an dieser Stelle erwähnt: Der Mai verspricht sehr unterhaltsam zu werden. Auch ohne einem weiteren Konzert von Culcha Candela.

Doch: Wir wären nicht PENIBELichkeit, würden wir uns nicht bereits jetzt auf den Mai vorbereiten! Um uns, und natürlich auch Ihnen, schon jetzt das gewisse Feeling mit auf den Weg zu geben, machen wir uns in den kommenden Tagen auf den Weg zu Konzerten von zwei – wie wir finden – hervorragenden musikalischen Erscheinungen: Am Donnerstag geht’s los mit Singer-Songwriter Olli Schulz, bevor wir am kommenden Montagabend die Live-Qualität der Herren von Kraftklub genau unter die Lupe nehmen werden.

Quelle: PENIBELichkeit

Wenn nichts dazwischen kommt, können Sie, liebe Leser_innen, auf dieser Internet-Präsenz in den nächsten Tagen sowohl mit Fotos, als auch Berichten von und zu diesen Konzerten rechnen.


Luise