Samstag, 25. August 2012

Unser ganz eigener Festivalguide

Noch sauber und ohne Bierflecken und -geruch.

Unseren Namen haben wir nicht von irgendwo. Um eine geordnete, logische Übersicht über den chaotischen, verrückten Folklore-Festivalalltag zu geben, gliedern wir unseren Erfahrungsbericht die nächsten drei Tage in griffige, unfassbar geistreiche Kategorien, die Ihnen das Lesen mit Sicherheit erleichtern und Ihnen zudem auch noch irre viel Freude bereiten werden.

Zur Einstimmung hier einmal die Kategorien: 

• Wetter (oder auch: Ist der da oben am Wasserhahn auf unserer Seite?)
• Menschen (beziehungsweise: Wo bin ich hier und wer bist du?)
• Feeling (Festival-Feeling und so. Sie verstehen schon
• Musik (sollte vielleicht bei Konzerten nicht an vierter Stelle kommen, tut es bei Festivals       
  aber. Ob das für oder gegen das Live-Genre „Festival“ spricht, dürfen Sie selbst entscheiden)
• Food and Beverage (wir haben festgestellt, dass wir zu wenige Anglizismen     
  benutzen, a.k.a. zu uncool für das Internet sind. Das möchten wir an dieser Stelle ambitiously
  ändern)
• Highlights (alles das, was man auch in einer der anderen Kategorien unterbringen könnte, aber eine besondere Erwähnung verdient hat)



Mademoiselle

Freitag, 24. August 2012

Da war doch was. Oder: Wie auch wir endlich die Festivalsaison eröffneten.


Liebe Leser_innen,
eigentlich ist es ja schon fast ein wenig unangenehm, vielleicht sogar peinlich. Da erzählen wir Ihnen immer wieder, wie musikvernarrt wir doch sind, wir Irgendwas-Mit-Medien-Studentinnen, wie gern wir doch auf Konzerte gehen und all diese Dinge. Und dann fällt Ihnen, liebe Leser_innen auf, dass Sommer ist, unter Kennern auch Festivalsaison genannt. Und was ist? Die zwei Mädels von PENIBELichkeit halten sich ganz bewusst zurück und geben kein Tönchen von sich. Das kann doch nicht sein!


Ja, auch wir besitzen - wie jeder andere
Mensch auf dieser Welt - diese Ikea-Bettwäsche.

Ist es zum Glück auch nicht, denn nun können wir Sie endlich beruhigen: Wir, PENIBELichkeit, sind dieses Wochenende auf dem wunderbaren Folklore* in Wiesbaden. Und dort treten heißgeliebte, alte Bekannte auf: Kraftklub an diesem fantastischen, verregneten Freitag und Casper morgen. Wir sind gespannt, wie sich die Rasselbande und der Batik-Bruder mit seinem Gefolge dieses Wochenende so machen werden, und hoffen, Sie, liebe Leser_innen, sind es auch.


Was erwartet uns also an diesem Wochenende? 

- drei Tage Festival
- ohne Zelten (hier entfährt uns ein lautes „Hurra!“)

- versaute Schuhe
- glückliche Gesichter
- jede Menge andere Bands, neben den beiden oben erwähnten (an dieser Stelle ein bisschen Namedropping: Walk off the Earth und Jupiter Jones sind unter ihnen)

Was erwartet Sie also an diesem Wochenende?

- tägliche, unverblümte Berichterstattung, wie Sie es natürlich nicht anders von uns gewöhnt sind
- Updates bezüglich „wer, wann, wo“, „wer mit wem und warum“ und natürlich „wie ist das Wetter und warum es das?“

- häufige Updates unserer „fotoristisch“-Kategorie
- sowie alles weitere, noch nicht Vorhersehbare.

Wir sind gespannt, liebe Leser_innen, und hoffen, Sie sind es auch.

Nun werden wir uns erst einmal daran machen, unsere Festivaloutfits zusammenzustellen (und die neuen Schuhe schluchzenderweise in der Ecke stehen zu lassen), und dann in die große, weite, wiesbadenerische Welt hinausziehen.


*Wir gehen davon aus, dass der Name irreführend ist. Außer die Karlmaxstädter Rasselbande Kraftklub packt heute Abend ihre Country-Gitarren aus. Wir werden es sehen. Und Ihnen, liebe Leser_innen, selbstverständlich berichten.

Mademoiselle

Dienstag, 17. Juli 2012

Irgendwer mit Medien #1 – Mirko Drotschmann.


Liebe Leser_innen,
wir haben ihn gefunden! – den ersten Medienmensch, der uns, den beiden momentan etwas orientierungslosen Irgendwas-mit-Medien-Studentinnen, aus seinem spannenden Berufsalltag berichtet und kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, Antworten auf knallhart recherchierte, investigative Fragen zum Leben und Arbeiten in Rundfunk, Presse, Cyberspace und Co. zu geben.

Quelle: Mirko Drotschmann 
Mirko Drotschmann - 26 Jahre alt und als Medienschaffender vielseitig unterwegs: Er moderiert nicht nur bei diversen Radiosendern (N-JOY, DASDING) und schreibt für die Stuttgarter Zeitung, sondern arbeitet ebenso in der Redaktion der Kindernachrichten vom Kika und ZDF, Logo.
Doch nicht nur in Radio, Fernsehen und Zeitung ist der Herr unterwegs: Seit einiger Zeit betreibt er außerdem in seiner Freizeit einen YouTube-Channel und bringt sein im Studium erworbenes Wissen über Geschichte und Politik in Form von anschaulichen Nachhilfe-Videos an internetaffine, lernwilligen Schüler.

In einem exklusiven Interview mit uns, Penibelichkeit, berichtet Mirko über seinen Alltag als Macher medialer Produkte und erklärt uns und Ihnen, liebe Leser_innen, warum es gerade am Anfang einer Karriere in den Medien schwierig sein kann, sich auf ein Medium festzulegen. Außerdem spricht er mit uns unter anderem über den legendären Gossip der Branche, einschleichende Berufskrankheiten, seine Einschätzung zur Zukunft von Fernsehen und Internet und die Wichtigkeit von Freizeit im Leben eines Busy-Busy-Medienmenschens.

Quelle: Mirko Drotschmann
Mirko ist ein Beispiel par excellence dafür, dass es sich empfiehlt, schon früh die ersten Weichen zu stellen, plant man in den Medien durchzustarten: bereits während seiner schulischen Laufbahn war er Schreiberling für die schulinterne Zeitung, um nach dem Abi ein Praktikum beim jungen Programm des SWR, ‚Das Ding’, zu machen.
Wie das Schicksal oft so spielt, bekam er im Anschluss die Möglichkeit ein weiteres Jahr für den Sender als Moderator der Morningshow zu arbeiten. Doch auf diese frühen beruflichen Erfahrungen wollte sich Herr Drotschmann nach dieser Zeit nicht ausruhen. Was folgte war ein solides - wenn man das von den Geisteswissenschaften überhaupt sagen kann – Kulturwissenschafts- und Geschichtsstudium. Denn ohne einem akademischen Abschluss, so weiß man, läuft auch in den Medien mittlerweile nicht mehr viel.

Mirko, dir war also schon während der Schulzeit klar, dass du in die Medien gehen willst?
Mirko: Ja, auf jeden Fall! Ich wollte immer Sportreporter werden. Schon mit 14, 15, als großer Fußballfan,  fand ich es cool, wie die Reporter im Radio über den Sport berichteten. Später kam ich zur Schülerzeitung und hatte riesigen Spaß daran, journalistisch zu arbeiten. Ab da wusste ich dann eigentlich relativ schnell, dass ich in die Medien gehen wollte. Was ich allerdings nicht wusste, war, ob ich für eine Zeitung schreiben, oder für’s Radio arbeiten wollte. Ich hatte immer so Phasen. Und leider habe ich mich bis heute noch nicht entschieden. 

Wodurch kommt es, dass du dich nicht entscheiden kannst? Weil alles so interessant ist, oder weil es auch finanziell besser ist, mehrere verschiedene Sachen parallel zu machen?
Mirko: Sowohl als auch. Finanziell ist es leider nicht immer lukrativ, bei einer Zeitung zu arbeiten. Für die Artikel, die man schreibt, bekommt man nicht wirklich viel. Natürlich kommt es in Sachen Honorierung auch darauf an, wofür man schreibt. Aber wenn man nur als freier Mitarbeiter für eine Zeitung schreiben würde, dann wäre das ziemlich krass. Ich glaube, dass ich mich nicht entscheiden kann, weil alles seinen Reiz hat. Ich schreibe gern, weil man so schön mit Sprache arbeiten kann. Am Radio finde ich toll, dass man diesen Musikbezug hat und das direkte Feedback vom Hörer bekommt. Und das Fernsehen ist halt generell ein cooles Medium. Aber für mich selbst geplant hatte ich das nie. Das kam irgendwann einfach so.

.... dadurch, dass man beim Radio die richtigen Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft hat?
Mirko: Bei DasDing gibt es eine Sendung, DasDingTV, für dessen Klatsch und Tratsch- Rubrik vor einiger Zeit jemand gesucht wurde, der die Inhalte auch im Fernsehen präsentiert. Dafür hatte ich mich einfach mal aus Spaß beworben und wurde genommen. Das war dann der erste Kontakt für mich mit dem Fernsehen. DasDing ist insgesamt ein Programm, das immer trimedial arbeitet und sowohl Fernsehen, als auch Radio, und Internet abdeckt. Zu Logo, den Kindernachrichten, kam ich über eine Kollegin. Sie hatte mir empfohlen, dort ein Praktikum zu machen. Das hab ich gemacht und seitdem arbeite ich dort.

Thema Fernsehen: Wie siehst du YouTube? Wird dieses Medium das Fernsehen irgendwann ablösen?
Mirko: Das finde ich sehr spannend. Schon zu Unizeiten hab ich das verfolgt und mich damit auseinandergesetzt, wie YouTube gerade Jugendliche beeinflusst. Es gibt nicht auf der einen Seite Fernsehen und auf der anderen Seite Youtube, sondern beide gehören irgendwie zusammen. Die Leute behandeln YouTube wie einen Fernsehsender. Sie haben Abo-Listen und darin verschiedene Sendungen, die sie abends wie vor dem Fernseher schauen. Ich glaube, dass gerade das öffentlich-rechtliche Fernsehen  ziemlich verschläft, was momentan bei YouTube los ist und die Zeichen nicht erkennt. Aber nicht nur die: Generell haben die Fernsehsender noch nicht so ganz gecheckt, was für ein riesiger Markt YouTube ist. Man muss sich nur mal die Klick-Zahlen anschauen: Viele Videos von YouTubern haben mehr Zuschauer als Thomas Gottschalks Sendung je hatte. Und wenn die Fernsehsender da nicht drauf reagieren, dann sind sie irgendwann abgehängt von dem, was bei YouTube läuft.
Wobei man natürlich sagen muss, dass der Vergleich grundsätzlich nicht einfach ist: Manche Sachen funktionieren nur im Fernsehen. Z.B. so große Live-Sendungen wie ‚Schlag den Raab’ oder Fußballspiele. Bei solchen Sachen ist das Fernsehen immer noch weit vorne. Aber ich glaube, in Zukunft muss sich das Fernsehen neue Lücken suchen, wo es noch etwas anderes bietet, als das, was man auch im Internet bekommt.

Es gibt ja mittlerweile bei den Öffentlich-Rechtlichen den Trend, zumindest in den Spartensendern, ein wenig crossmedialer zu agieren, gerade beim ZDF - ZDFneo, etc.
Mirko: Genau. Gerade beim ZDF bekomme ich auch mit, wie stark dort auf die Mediathek gesetzt wird. NeoParadise beispielsweise schauen mehr Leute im Internet, als im Fernsehen an.